Kennen Sie Panama?

08.07.2008 um 13:48 Uhr | in Panama-Tagebuch

Wer kennt schon mehr von Panama als den Panamakanal und die zwei Hauptfiguren eines Kinderbuchs, die, vom Bananengeruch geleitet, Panama suchen?

Der Bär, der Tiger und natürlich die Tigerente müssen auf ihrem Weg viele Abenteuer bestehen. Als sie endlich im Land ihrer Träume ankommen, sind sie überglücklich und wollen es nie wieder verlassen. Die Abenteurer kommen aber am gleichen Ort an, von dem aus sie losgelaufen sind. Hätten sie sich den Weg dann nicht auch sparen können?

Ich denke nicht. Mein Aufenthalt in Panama war eine Reise für sich. Jeden Tag lernte ich neue Orte, neue Geschichten, neue Menschen, Tiere und Pflanzen und Geheimnisse kennen. Natürlich werde ich in einigen Tagen wieder zurück nach Deutschland fliegen, aber mit vielen neuen Erfahrungen.

Auf meiner Reise ist der undefinierte Begriff „Panama“ zu einer Vielzahl von Begriffen angewachsen.

Drei Monate vor meinem Panama-Aufenthalt habe ich angefangen, Vokabeln zu lernen. Doch als ich nach Panama eingereist bin, habe ich nur „Spanisch“ verstanden, also so gut wie gar nichts. Ich hatte alle Vokabeln vergessen. Genau in dem Moment, in dem ich etwas Bestimmtes sagen wollte, ist mir die richtige Vokabel nicht mehr eingefallen. Was im interaktiven Sprachkurs spielend leicht von der Hand ging, erschien mir auf einmal unmöglich. Ich war noch nicht einmal im Stande, die einzelnen Worte in der gesprochenen Sprache auseinander zu halten.

Es blieb mir also nichts anderes übrig, als dem Wasserfall der Worte zu lauschen. Es dauerte einige Zeit, bis sich dem Wasserfall einzelne Worttropfen entlocken ließen. Zunächst blieb es bei den Tropfen, die jedoch allmählich zu kleinen Rinnsalen der Verständnis zusammenflossen. Mit zunehmendem Sprachverständnis konnte ich dem kleinen Land immer mehr Geheimnisse entlocken. Man sagte mir, dass sich mit der jetzt beginnenden Regenzeit die Bäche mit Wasser füllen. Das konnte ich mir schon denken, aber wie kommen die Fische in die Bäche? Die fallen vom Himmel, sagte man mir.

Noch Vieles könnte ich Ihnen erzählen; besser aber ist, sie fahren selbst nach Panama und entdecken eine geheimnisvolle Welt zwischen Palmen, Zauber, Sonne, Bergen, Meeren und Musik.

Hiermit verabschiede ich mich von meinen lieben Lesern und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen im Land der Träume!

dackelfoto

PS.: Hatte versprochen, mich vorzustellen. Hier nun ein (fast) echtes Dackelbild von mir! Das nächste Foto wird eine andere Person zeigen. In einer Woche reise ich zurück nach Deutschland und bin gerade dabei, meine Arbeit an meinen Kollegen, einen waschechten bayerischen Förster, zu übergeben. Wir können unsere Bäume unmöglich alleine in Panama stehen lassen. Es wird also weiter, in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen, Vor-Ort-Berichte aus Panama geben.

www.forestfinance.de

von Alexander Watson.


Ankunft in Panama

18.04.2008 um 14:01 Uhr | in Panama-Tagebuch

Deutschland liegt hinter mir, der Regen auch. Das Flugzeug befindet sich endlich über der Hudson Bay und die ersten Sonnenstrahlen lugen durch das Fenster. Eine Stunde später sehe ich unter mir dunkle Nadelwälder. An vielen Stellen sind die Wälder von braunen Rechtecken unterbrochen. Je weiter wir Richtung Süden fliegen, umso größer werden die braunen Flächen. Es sind Kahlschläge.

In New York muss ich das Flugzeug wechseln. Nach akribischen Kontrollen durch die amerikanischen Sicherheitskräfte besteige ich das Flugzeug nach Panama City.

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Oh, ich habe vergessen, mich vorzustellen. Mein Name ist Alexander Watson, ich bin Förster und möchte die tropischen Regenwälder retten. Nächste Woche werde ich mich mit einem Bild vorstellen. Damit ihr euch schon mal ein Bild von mir machen könnt: Grüne Mütze mit Gamsbart, Lodenjacke, Knickerbocker, Kniestrümpfe und blaue Augen. Die Schrotflinte musste ich leider am amerikanischen Zoll abgeben. Noch jemanden muss ich euch vorstellen, der leider nicht mitreisen konnte: meinen Dackel Waldi. Er war stets ein treuer Begleiter an meiner Seite und seinen treuen dunklen Augen entging nie ein Leckerbissen.

Die Sonne geht unter und der Himmel ist wolkenfrei, so dass ich die karibische See und ihre beleuchteten Inselstaaten erkennen kann. Nach einiger Zeit beginnt das Flugzeug zu sinken und die Lichter am Boden werden immer heller. Bei einer Temperatur von 18 °C im Flugzeug kann ich mir die auf mich zukommende Hitze kaum vorstellen. Ich bin schon sehr gespannt darauf, was mich erwartet.

Ich verlasse den Flughafen und bin in einer anderen Welt. Die Luft ist feucht und riecht stark nach Erde. Obwohl es mitten in der Nacht ist, zeigt das Thermometer um die 27 °C an. Auf jedem nicht bebauten Zentimeter wuchert die Natur mit scheinbar unendlicher Kraft.

Auf der Fahrt vom Flughafen nach Panama City kommen mir leuchtend bunte und Ruß schnaubende Drachen entgegen.

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Nach ein paar Minuten erreiche ich unsere Wohnung im Herzen der Stadt. Auf dem Meer, das man von unserer Wohnung aus sehen kann, schwimmen Lichter. Es sind die Hochseeschiffe, die Schlange stehen und den Panamakanal passieren möchten. Über mir summt der Ventilator. Meine Augen fallen zu. Es war ein langer Tag. Die sechs Stunden, die mir aufgrund der Zeitverschiebung fehlen, liegen schwer auf meinen Lidern.

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von Alexander Watson.


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